Der Autor dieser Zeilen kam frisch von den Färöer-Inseln eingeflogen. Dort war es wärmer. Das sei vorangestellt, damit niemand später behauptet, wir hätten uns die Verhältnisse schöngesungen. Wer bei diesem Wind noch sauber einatmet, hat entweder Routine oder einen guten Schal.




Die Logenplätze — die Balkone des Kurzentrums — waren diesmal übrigens bekleidet besetzt. Kein Nackedei, wie ihn die Chronik früherer Auftritte durchaus kennt, sondern ein winkender Capitano im ersten Rang, der den Takt mitnahm, als hätte er ihn selbst bestellt. Ein Gruß von oben, den der Chor erwiderte, ohne den Einsatz zu verlieren. Das darf ruhig protokolliert werden.

Gefeiert wurde außerdem unser Gitarrist Thomas Müller, der an diesem Tag Geburtstag hatte und gleich zweimal besungen wurde: einmal vom Chor, wie es sich gehört, und einmal von den Fans, die sich das nicht nehmen ließen. Zwei Ständchen an einem Nachmittag — das schafft auf dieser Insel sonst niemand.
Besonders erfolgreich die Schunkelstücke — wer einmal drin ist, kommt bis zum Schlussakkord nicht mehr heraus — und die rhythmische Sportgymnastik beim „Rum aus Jamaika”. Für Haltungsnoten hätte es womöglich nicht gereicht, für die Wirkung auf den Rängen umso mehr. Der Chor bedankt sich beim Publikum, bei den Balkonen und beim Wetter, das sich immerhin bemüht hat.










