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Seefahrergottesdienst

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Als am Sonntag, den 5. Juli um vier Glasen der Vormittagswache — was an Land schlicht zehn Uhr heißt — die Glocken von St. Severin über die Keitumer Wiesen läuteten, lag die alte Kirche schon voll bis auf den letzten Platz. Kein Bänkchen blieb frei, kein Winkel unbesetzt; das ehrwürdige Schiff war bis unter die Balken gefüllt.

Die Pastorin steckte gleich zu Beginn das Fahrwasser ab: „Das ist kein Konzert, sondern ein Auftritt.“ Und genau so haben wir es gehalten. Wir standen nicht auf einer Bühne und sangen nicht um Applaus — wir waren Stimmen im Dienst, die den Gottesdienst mittrugen und mit der Gemeinde gemeinsam Kurs auf einen guten Sonntag nahmen.

Dreiundvierzig Mann stark war die Besatzung, von Hand gemustert, ehe der erste Ton fiel — eine stattliche Mannschaft für einen Sonntagmorgen. Unsere Lieder von See und Heimat, von Wind und Wiederkehr fügten sich zwischen Gebet und Segen ein, als hätten sie schon immer dorthin gehört.

Und als der letzte Ton verklungen und der Segen gesprochen war, ging die Fahrt nach draußen weiter: vor der Kirchentür warteten Würstchen und heißer Kaffee. Bei gutem Wetter und bester Laune wurde noch lange längsseits geklönt — der schönste Landgang, den ein Sänger sich nach getaner Arbeit wünschen kann.